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Ratschläge und Tipps
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Heidelbeeren, die zweimal Früchte tragen.

Heidelbeere

Heidelbeeren, auch Blaubeeren genannt, sind eigentlich Moorbeetpflanzen, die sich aber auch bei uns heute im Haus- und Kleingarten eingebürgert haben. Die im Handel befindlichen Sorten stammen meistens nicht von der in Europa heimischen Waldheidelbeere (Vaccinium myrtilus) ab, sondern von Vaccinium corymbosum, einer im nordamerikanischen Raum beheimateten Art.

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Das Besondere an diesem Fruchtgehölz ist, dass die blauen Beeren lecker schmecken und vor allen Dingen auch sehr gesund sind. Sie enthalten viele Gerbstoffe, Mineralstoffe wie Magnesium und Eisen, Carotin, Vitamin C und E. Eine Portion von 250 g deckt den Tagesbedarf an Vitamin C eines Erwachsenen. Die enthaltenen Anthocyane sind für die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften verantwortlich. Zudem sollen Heidelbeeren bei Magen-Darm-Beschwerden und Harnwegsinfekten vorbeugend hilfreich wirken und die Sehfunktion unterstützen. Die üblichen Sorten blühen im späten Frühjahr und setzen dann ihre Früchte an, die in der Regel ab Ende Juli bis Anfang September erntereif sind. Bei den handelsüblichen Sorten ist also eine einmalige Ernte im Jahr möglich. Heidelbeeren sind beliebte Naschfrüchte, die wohl frisch geerntet gerne verzehrt werden, aber auch vor allen Dingen beim Obstsalat, Müsli oder im Milchshake verwendet werden. Natürlich lässt sich aus den blauen Beeren auch köstliche Marmelade, Kompott oder Saft zubereiten. Nun ist aber schon vor einigen Jahren eine interessante Nachricht veröffentlich worden und zwar, dass es eine Neuheit gibt, die aus Neuseeland nach Europa kam und dann von verschiedenen Baumschulen in ihr Sortiment aufgenommen wurde. Es handelt sich dabei um die Sorte 'Hortblue Petit'. Das Besondere an dieser Sorte ist, dass sie nicht nur einmal im Jahr, sondern zweimal Früchte ausbildet. Damit ist diese Sorte tatsächlich eine echte Neuheit, die auch in der BRD in den Handel gekommen ist. Diese frostharte, kompakte Sorte eignet sich sowohl für eine Anpflanzung im Freiland als auch für Pflanzgefäße. Diese Blaubeere soll sich, so wird berichtet, zu etwa 100 cm großen Pflanzen entwickeln und bereits eine erste Ernte Anfang Juli und eine zweite mit noch größeren und süßeren Früchten im September bringen. Die zweite Ernte dauert dann bis in den Spätherbst hinein. Die Pflanzen selbst bilden zunächst weiße Blüten und anschließend grüne, später blaue Früchte. Es ist also möglich, bei idealer Pflege zweimal im Jahr Früchte von dieser ,Hortblue Petit' zu ernten. Auch soll diese Sorte problemlos auf Schnittmaßnahmen reagieren, wobei jedoch der ideale Schnittzeitpunkt eingehalten werden muss. Günstig ist ein Schnitt dieser Sorte im Spätherbst oder Winter, da man sonst das Fruchtholz entfernen würde. Vielleicht sollte noch darauf hingewiesen werden, dass in Gefäßen kultivierte Pflanzen an einem geschützten Standort überwintert oder am Pflanzgefäß selbst ein Winterschutz angebracht werden sollten. Interessant ist auf jeden Fall, dass es also schon seit einiger Zeit Sorten von Blaubeeren gibt, die nicht nur einmal im Jahr Früchte tragen, sondern sozusagen in zwei Sätzen Früchte ausbilden. Ansonsten sind die üblichen Ptlegemaßnahmen zu beachten. Vielleicht ist noch zu erwähnen, dass der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen der Spätherbst - also auch der Monat November - ist. Auf diese Weise hat der Strauch den Winter über genügend Zeit, sich langsam an den neuen Standort zu gewöhnen. Wer die Pflanzung im Herbst versäumt hat, kann Blaubeeren aber auch noch im zeitigen Frühjahr von März bis April pflanzen. Auch auf die richtigen Bodenverhältnisse ist zu achten. Heidelbeeren mögen es sandig bis moorig und eher sauer. Sie sind darüber hinaus Flachwurzler und dürfen nicht zu tief gepflanzt werden. Am besten setzt man die Pflanzen mit den Erdballen bündig in das Pflanzloch. Werden diese "Wünsche" der zweimal im Jahr tragenden Heidelbeeren beachtet, kann man sich über eine reiche Fruchternte freuen.

© Zeitschrift: Eisenbahn Landwirt, Text: Edgar Gugenhan





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Eine Winteraussaat sorgt für frühes Wachstum

Winterbeet

Sobald der erste Frost eintritt, ist der richtige Zeitpunkt für die Winteraussaat gekommen. Etwas ungewöhnlich ist es schon, im Winter bei Frost Frühjahrsgemüse auszusäen; letztendlich ist es aber nur dem Vorbild Natur abgeschaut, wo die Samen schließlich auch über Winter im Boden liegen und bei den ersten milden Sonnenstrahlen im Februar oder März keimen. Gerade für schwere, nasse Böden, die sich im Frühjahr nur langsam erwärmen und schlecht zu bearbeiten sind, bietet sich der Versuch einer Winteraussaat an. Wichtig ist eine gute Vorbereitung im Spätherbst.

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Die dafür vorgesehenen Beete werden mit dem Sauzahn tiefgründig gelockert und mit reifem Kompost und eventuell etwas Steinmehl verbessert. Abschließend wird eine Lage Mulchschicht aus Herbstlaub oder Gartenresten als Abdeckung aufgebracht. Die Aussaat erfolgt erst ab dem Zeitpunkt, wenn der erste Frost die Bodenoberfläche durchdrungen hat. Bei trockener Witterung schiebt man die Mulchschicht dann zur Seite, zieht Saatrillen und sät etwas dichter als gewöhnlich aus. Anschließend werden die Rillen gut dichtgehäufelt, angeklopft und mit dem Mulchmaterial bedeckt. Die kalten Wintertemperaturen erlauben kein Keimen mehr, aber die Samen nehmen Feuchtigkeit auf und quellen, so dass bei den ersten warmen Frühlingstemperaturen das Keimen sofort einsetzt. Als Sämereien eignen sich natürlich nur Gemüsesorten und wenige Kräuter, die nicht auf einen Kälteeinbruch im Frühling mit Wachstumsrückgang oder gar Absterben reagieren. Gut geeignet ist alles, was sonst im frühen März ausgesät wird wie frühe Radieschen, Möhren, Kopf- und Schnittsalat, Spinat und schossfeste Kohlrabi; bei den Kräutern lohnen sich Winterportulak, Kerbel, Borretsch und Petersilie. Ebenso die zur Gründüngung im zeitigen Frühjahr beliebten Ackerbohnen bieten sich für eine derartige Aussaat an. Besonders zur jetzigen Aussaat ist Winterspinat geeignet; man kann ihn in Reihen oder breitwürfig aussäen. Eine Möglichkeit aus der Praxis der Mischkultur ist es, im gesamten Nutzgarten im Abstand von 50 cm Reihen zu ziehen und hier Spinat auszusäen. Die Vorteile dieses Vorgehens liegen in einer schnellen Bedeckung des meist im Frühling offenen Bodens, in einer guten Durchwurzelung des Untergrundes und in einer frühen Ernte. Sobald die kleinen Pflänzchen im Herbst aufgelaufen sind, lohnt es sich, die Reihen leicht anzuhäufeln. Dies führt zu einer tieferen Wurzelausbildung der Pflanzen und einer damit erhöhten Widerstandskraft. Zwischen den Reihen mulcht man mit Laub und gibt so dem Boden eine schützende Schicht. Bei einer breitwürfigen Aussaat ist dies nicht erforderlich, da die kleinen Spinatpflanzen den Boden ausreichend bedecken. Droht über Winter starker Kahlfrost, hält man Reisig oder Folie bereit, um die Pflanzen zu schützen. Auch Porree, Mangold und Pastinaken lassen sich auf diese Weise frühzeitig kultivieren. Sicherlich ist eine Winteraussaat zudem für viele einjährige Blumen lohnenswert; ein Versuch wird zeigen, was für den eigenen Garten sinnvoll ist.

© Zeitschrift: Eisenbahn Landwirt, Text: Peter Busch

 

Auf Du und Du mit Forsythie

Forsythie

Drei Sorten sind die Besten. Im November ist gut Zeit, Forsythien zu pflanzen, damit sie im Frühjahr blühen. Die Forsythie ist ein Kosmopolit. Von allen Himmelsrichtungen hat sie was: aus Ostasien die Heimat, aus Dänemark den Namen, aus England den Paten, Geburtsorte von Sorten finden sich in Irland, Frankreich, Deutschland, Verbreitungsgebiet ist weltweit, der botanische Name international allgemein bekannt und unter ihm auch die Pflanze. Deutsche Bezeichnung wie Goldglöckchen setzte sich nicht durch. Den größten Zuspruch hat Forsythie als winterharter, äußerst zuverlässiger Frühlingsblüher.

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Es ist kaum möglich, einen festen Termin für den Blühbeginn zu nennen. Das strahlende Gelb der Blüten signalisiert den Einmarsch des Frühlings und begleitet ihn für 4-5 Wochen, mittlerweile oft schon ab März, je nach klimatischen Bedingungen. Es verträgt sich gut mit dem Blau von Scilla oder Schneestolz, dem Rot von Tulpen oder Zierjohannisbeeren. Man ist versucht zu sagen: Forsythie hat keine Ansprüche, so anstellig zeigt sie sich, was die Umweltverhältnisse betrifft. Sie wächst in jedem Boden, falls er nicht zu arm, trocken oder nass ist. Gute Gartenerde ist ihr am liebsten. Außerdem mag sie Sonne, Schatten weniger, obwohl sie auch da gedeiht, doch verhaltener blüht. Zu voller Schönheit entwickelt sie sich in freiem Stand. Hier kommt die Wuchsstärke ins Spiel und damit die Sortenwahl. Zwischen 2000-2004 wurde das Forsythia-Sortiment gesichtet. Es beinhaltet jetzt neue Sorten. Damit es nicht zu unübersichtlich wird, seien nur die drei besten genannt. Von diesen ist bisher die bekannteste ,Lynwood', die wohl überall zu haben ist. Sie steht für die wüchsigen Forsythien, die durchaus bis 3 m hoch werden, womit viele Gartenbesitzer anfangs nicht rechnen, ihr zu wenig Platz geben. ,Weekend' holt stark auf, da sie schwachwüchsiger auch in kleinere Gärten passt. ,Goldrausch' wächst aufrecht mittelhoch, blüht vergleichsweise spät, entgeht dadurch in ungünstigen Lagen spätem Frost. Jeder Forsythienstrauch muss geschnitten werden, damit er Form und Blühwilligkeit behält. Zeit für den Schnitt kommt unmittelbar nach der Blüte bis spätestens Juni, denn danach werden schon wieder die Blütenknospen für das nächste Jahr angelegt, die man wegschneiden würde, schnitte man später. Am besten nimmt man jedes Jahr einige der ältesten Triebe heraus. Nur von oben erbarmungslos kürzen, damit der Strauch wieder in eine viel zu enge Lücke passt, ist herzlos. Maß halten beim Schnitt. Schneidet man zu stark, entwickeln sich wohl kräftige Jungtriebe, doch ohne viele Blüten­ knospen. Die meisten Knospen bilden sich an zwei- bis dreijährigem Holz mit Seitentrieben. Die Bildung von Seitentrieben kann man etwas fördern, indem man die einjährigen Langtriebe ein wenig stutzt.

© Zeitschrift: Eisenbahn Landwirt. Text: Ilse Laehner

 

Frische Kräuter im Winter

Peterle

Nichts ist leichter, als im Winter jederzeit frische Kräuter für die Küche zur Hand zu haben. Dafür sorgen schon die reichlichen Angebote in Supermärkten und ähnlich. Besser sind allerdings frische Kräuter, auch im Winter aus dem eigenen Garten, und da gibt es mehr als mancher denkt. Man muss sich nur kümmern. Am leichtesten machen es einem winter­ und immergrüne Würzkräuter, da sie sich ja im Herbst nicht unter die Erde verziehen, sondern grün bleiben. Unverzichtbar ist Rosmarin, möglichst ein Exemplar der winterfesten Sorte Rosmarinus offcinalis .Arp', an einem warmen Platz im Schutz einer Hausmauer oder ähnlich.

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Rosmarin passt zu vielen Fleisch- und Gemüsegerichten. Salbei liefert ebenfalls zuverlässig frische Blätter für Kräuterbutter, in angeschmortem Zustand als Würze zu Nudelgerichten, auch mal zum Gurgeln, wenn Erkältungen und Zahnweh drohen. Von verschieden Kräutern, die man meist nur als Einjährige kennt, gibt es winterharte Arten, so von Bohnenkraut, Majoran, Thymian. Die winterharte Version von Bohnenkraut heißt Bergbohnenkraut Satureja montana und ist ein zwergiger immergrüner Halbstrauch. Die aus­ dauernde Variante von Majoran ist Origanum Schnittlauch braucht man fast täglich - auch im Winter. Also rechtzeitig im November/Dezember eintopfen und an hellem, warmem Platz treiben. vulgare, Dost genannt, der sich oft von selbst im Garten einstellt, wenn man ihm die Möglichkeit gibt und nicht alles supersauber hält. Dann erweist sich diese Pflanze nicht nur zum Würzen als sehr nützlich, sondern auch als Bienenweide über längeren Zeitraum fast bis Frost. Fehlt noch Thymian in der Variante Deutscher Thymian, der etwas härter ist als Sommer­ oder Französischer Thymian. Gut bewährt hat sich der Zwergthymian, Thymus vulgaris .Campactus', für die Winterernte. Alle drei pflanzt man an einen sonnigen Platz in unbedingt durchlässigen Boden. Zu empfehlen ist ferner Ysop aus dem Mittelmeerraum für Fisch- und Fleischgerichte und im Steingarten anzusiedeln Tripmadam, Sedum reflexum, für Salate. Petersilie kann man auch im Winter schneiden, falls man im August säte oder wenn in milden Wintern glattblättrige Schnittpetersilie ohne weiteres überwintert und erst im Sommer in Blüte geht. Grundsätzlich macht man es sich zur Regel, im Winter frische Blätter immer sparsam zu ernten. Schnittlauch will man ebenfalls verfügbar haben. Dazu kräftige Exemplare im November mit gutem Wurzelballen aus der Erde nehmen und dort offen liegenlassen, bis sie einmal einen nicht zu oberflächlichen Frost abbekommen haben. Trockenheit und Frost versetzen die Pflanzen in Wachstumsruhe, aus der sie ein Wasserband über Nacht bei 40 Grad wieder weckt. Danach die Pflanzen in nährstoffreiches Substrat topfen, kühl halten, nach und nach einen Topf nach dem anderen an einem hellen, etwa 18 Grad warmen Platz zum Treiben aufstellen.

© Zeitschrift: Eisenbahn Landwirt. Text: Ilse Laehner

Insektenschutznetz - nicht schön, aber sinnvoll

Peterle

Mit Rot-, Grün- und Weißkohl, Kohlrabi, Wirsing, Blumenkohl, Pak Choi und anderem bietet die Familie "Kohl" eine reichhaltige Gemüsepalette für jeden Geschmack. Leider auch für den Geschmack etlicher Schädlinge, die oft sogar für einen Totalausfall bei der Ernte sorgen. Wenn z.B. die kleine Kohlfliege ihre Eier am Wurzelhals ablegt und die Maden das Wurzelwerk zerfressen, hat die Pflanze kaum eine Chance zu überleben. Auch die Raupen des großen und des kleinen Kohlweißlings oder der Kohleule können, wenn man die Kontrolle für einige Tage vernachlässigt, erhebliche Fraßschäden an den Blättern verursachen. Die Hobbygärtner sind stets bestrebt, auf Chemie als Pflanzenschutz zu verzichten, deshalb muss man andere Wege finden, um sich die Freude am Gärtnern nicht durch ungewollte Mitesser verderben zu lassen.

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Da die Beete oftmals übersichtlich groß sind, kann man manuell (z. B. mit einer Pinzette) die Raupen entfernen. Gegen die kleine Kohlfliege kann man so genannte Kohlkragen aus Kunststoff oder Filz eng um den Wurzelhals der frisch gepflanzten Setzlinge legen: die von der Fliege darauf abgelegten Eier können bei starkem Sonnenschein vertrocknen oder vom Hobbygärtner entfernt werden. Diese und auch etliche andere Methoden sind zwar erfolgreich - aber nur, wenn sie konsequent und regelmäßig angewandt werden; d.h. der Zeitaufwand ist nicht unerheblich. Einfacher ist da der Einsatz von Insektenschutznetzen, der stets zeitgleich mit dem Auspflanzen oder Säen erfolgen soll. Man schaut dann wohl auf Kunststoff statt auf freundliches Grün, aber die Vorteile überwiegen eindeutig. Wenn diese Netze sorgfältig über die Pflanzen gespannt werden, ist es in der Regel für die Schädlinge unmöglich, an die Pflanzen zu gelangen. Vor dem Einpflanzen sollte man die Setzlinge stets (wichtig: auch auf der Blattunterseite) auf Gelege von Schädlingen untersuchen. Um zu verhindern, dass das Netz auf den Pflanzen aufliegt, empfiehlt es sich, durch Bögen für Abstand zu sorgen. Diese kann man selbst fertigen, indem man eine Rolle stabilen Spanndraht in entsprechend lange Stücke schneidet und die Enden so in den Boden steckt, dass der Draht einen Bogen bildet. Beim Kauf eines Insektenschutznetzes sollten nicht allein die Maße des Beetes, sondern auch die jeweilige Höhe der später ausgewachsenen Pflanzen und zusätzlich ein großzügiger Rand berücksichtigt werden, damit während der gesamten Wachstumszeit ein kompletter Schutz gegeben ist. (Beispiel: bei einer Beetgröße von 1,60m x 3,20m und einem Bogenscheitelpunkt von O,60m müsste das Netz mindestens die Maße 2,50m x 4,50m haben; es gilt: besser zu groß als zu klein!) Das Netz muss rundherum fest auf dem Boden aufliegen, um den Tieren keine Möglichkeit zu bieten, von unten an die Pflanzen zu kommen. Dafür kann man Steine oder Bretter nehmen, die verhindern, dass Windböen das Netz anheben, wodurch die Schutzfunktion erheblich eingeschränkt würde. Es sollte auch beachtet werden, dass es sich um ein Netz und nicht um ein Vlies handelt, da in den Sommermonaten nur bei einem Netz die nötige Belüftung und Beregnung möglich sind; ein Vlies dient nämlich eher dem Frostschutz als der Insektenabwehr und kann bei falscher Anwendung zu Schäden an den Pflanzen führen. Ein weiterer Vorteil zeigt sich im Herbst: durch die Netzabdeckung gelangt kein herabfallendes Laub in die Kohlpflanzen. was insbesondere bei den krausen Blättern des Grünkohls die Reinigung bei der Ernte wesentlich erleichtert. Dieses Gewebe bietet auch Schutz vor Beschädigungen bei sommerlichen Hagelschauern oder Schlagregen. Solch ein Netz schützt ebenso Möhren, Radieschen und andere Gemüsearten, die häufig Insektenbefall aufweisen können. Ein gutes Netz bietet über viele Jahre einen komfortablen Schutz vor Schädlingen, wenn man beachtet, dass während der Vegetationszeit keine Pflanzen durch das am Boden liegende Netz wachsen; dadurch entstehen Löcher, die dann im nächsten Jahr den Schädlingen Durchschlupfmöglichkeiten bieten. Da bei Jät- und Hackarbeiten der Schutz durch das Netz entfällt, sollte man diese Tätigkeiten rasch erledigen und danach das Netz sogleich wieder über die Pflanzen spannen. Für die Einlagerung nach dem Gebrauch sollte das Netz möglichst trocken und sauber sein.

© Zeitschrift: Eisenbahn Landwirt. Fotos und Text: Manfred Kotters

 

Warum und wie Boden und Bäume kalken

Peterle

Äpfel sind ein leckeres, gesundes, vitaminreiches und preisgünstiges Obst. Sie werden gerne frisch vom Baum gepflückt gegessen und schmecken als Apfelsaft, Kompott oder als Bratäpfel. Besonders in Süddeutschland wachsen viele Äpfel nicht als einzeln stehender Baum im Garten, sondern auf einer Streuobstwiese. In vielen Gegenden in Deutschland tragen Streuobstwiesen zu einer natürlichen Gestaltung von Lebensräumen bei. Sie bieten Kleintieren, vor allem in der kälteren Jahreszeit, Unterschlupf. Besonders Igel nisten sich im Winter gerne in der Nähe von Apfelbäumen ein, weil Fallobst, wenn es leicht vergoren ist, für Igel eine Delikatesse darstellt.

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Gärtner oder Landwirte, die Besitzer einer Streuobstwiese sind, wissen, dass die Bäume und die gesamte Anlage bei guter Pflege, für Mensch und Tier vielfältig nützlich sind. Sie sehen schön aus, ernähren viele Insekten und Bienen und bieten für kleinere Pflanzen einen Windschutz. Wer Streuobstwiesen miteinander vergleicht, kann feststellen, dass ungepflegte oft einen geringeren Ernteertrag haben, die Bäume bemoost sind und die Äpfel oft unter der Apfelstippe leiden. Besonders in Jahren von unbeständiger Witterung leiden die Bäume und bringen nur unzureichende, oft kleine und bittere Äpfel hervor. Wer das vermeiden will, muss besser auf die Pflege von Apfelbäumen eingehen. Dazu gehört: Die Baumstämme im Herbst und/oder Frühjahr zu kalken, damit die Baumrinde nicht reißt und Krankheiten und Schädlingen einen Eingang bietet. Zusätzlich reflektieren die weißen Stämme das Sonnenlicht.

Was ist die Apfelstippe und wie sieht sie aus?
Diese Erkrankung zeigt sich durch kleine braunschwarze Tüpfelchen auf den Äpfeln. Unter der Schale sind diese Äpfel bitter und viele Gärtner fragen sich, wie sich diese Erkrankung, bei der es sich um eine "Ernährungsstörung" der Äpfel handelt, vermeiden lässt. Wissenschaftler ergründeten, dass in Ermanglung von Kalk beim Wachstum der Frucht, die Zellen gleich unterhalb der Schale buchstäblich zusammenbrechen. Um der Apfelstippe entgegenzuwirken versuchten viele Gärtner der Mangelerscheinung durch Spritzungen mit Kalkpräparaten an den Zweigen, Blättern und Früchten vorzubeugen. Wie sich in der Folge herausstellte, waren anfängliche Erfolge, zum Bedauern der Gärtner, vielfach nur von kurzer Dauer. Warum? Anfänglich setzte die Krankheit aus, um in den Folgejahren ungehemmt wieder einzusetzen. Diese Reaktion der Pflanzen ist damit zu erklären, dass sie durch ihre Schale nur kleinste Mengen an Kalk aufnehmen können. Diese Menge ist bei schon erkrankten Bäumen für einen gesunden Aufbau der Früchte nicht ausreichend. Es zeigte sich - im Vergleich in Feldversuchen, dass Äpfel auf Streuobstwiesen, die ein gesundes Kalkverhältnis haben, nur geringfügig an der Stippe leiden. Durch viele Versuche an Bäumen, die auf Streuobstwiesen stehen, wurde erkannt, dass eine Aufkalkung der Bäume von den Wurzeln auf an Bedeutung gewinnen sollte. Es genügt nicht, den Pflanzen etwas Urgesteinsmehl oder Kalk oberflächlich zuzufügen. In Abständen ist es auch auf gesunden Obstplantagen wichtig, dass auch die Unterschicht und/oder der Wurzelbereich Zugaben von Kalk erhält. Wie stellt der Gärtner fest, ob seine Bäume Kalk benötigen? In früherer Zeit gehörte an vielen Orten - neben dem Schneiden der Äste und einer Pflege der Wiese - ein Kalken der Bäume zur jährlichen Pflege einer Streuobstwiese. Auch Gärtner und Landschaftspfleger, die ihren Bäumen etwas Gutes tun wollen, können den Boden jährlich mit Urgesteinsmehl oder Muschelkalk anreichern, ohne ihm zu schaden. Manchmal will der Gärtner vorher aber den Kalkgehalt seines Bodens bestimmen. Das geschieht mit einem Kalkprüfer. mit dem der phWert der Erde ermittelt wird. Gärtner, deren Äpfel schon an Stippe erkrankt sind, wählen für Bodenproben verschiedene Stellen unter den stippegefährdeten Bäumen aus. Einige Proben werden aus der Oberschicht (das ist bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern) andere aus der Unterschicht (das ist eine Tiefe von bis zu 40 Zentimetern) entnommen. Diese Böden müssen aufgekalkt werden
• Schwach saurer Sandboden mit einem ph-Wert bis 6,5
• Neutraler, mittlerer, sandig-lehmiger Boden, mit einem ph-Wert von 7
• Schwach alkalischer, schwerer lehmig-toniger Boden, mit einem ph-Wert von bis 7,5

Wie viel Kalk ist nötig?
Gärtner, die den Kalkgehalt ihres Bodens um eine Stufe, also beispielsweise von 5,5 auf 6,5 anheben wollen, brauchen bei leichtem Boden, so empfehlen erfahrene Gärtner jährlich auflOO Quadratmetern, 20 bis 25 Kilogramm kohlensauren, im Wechsel mit kieselsaurem Hüttenkalk und Urgesteinsmehl. Mittlerer Boden benötigt etwa 40 bis 50 Kilogramm und schwerer Boden 60 bis 75 Kilogramm Kalk. Diese Bodenverbesserer sind in vielen Raiffeisenhandlungen und Bio-Gärtnereien erhältlich. Sie werden nach Bedarf bis in den Unterboden eingearbeitet. So werden Obstbäume gekalkt Benötigt wird ein Eimer, ein Holzstock, Wasser, Kalk und eine Quaste. Das Wasser wird in den Eimer gegeben und der Kalk langsam mit einem Stock eingerührt. Die streichfertige Masse hat etwa die Struktur eines dünnen Eierkuchenteiges. Nun wird mit einer Quaste der Stamm von der Wurzel her, bis in die größeren Äste, mit dem Kalk angestrichen. Das kann bei frostfreiem trockenen Wetter in jeder Jahreszeit erfolgen.

© Zeitschrift: Eisenbahn Landwirt. Text: Monika Hermeling

 

Sind Pflanzen Lebewesen?

Peterle

Ich mach's mal nicht nur kurz, sondern ganz kurz - JA! SO seh ich das halt. Warum fange ich nicht mit meiner Argumentation dafür zu Beginn an und schließe am Ende mit dem Ergebnis/ Meinung ab? So wie das in der Rhetorik gelehrt wird. Weil ich es halt so klar und eindeutig sehe. Da kann für mich keine andere Antwort rauskommen. Fertig, ab, Ende, Aus. So ist es! Ein paar Erklärungen will ich aber trotzdem noch folgen lassen.

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Was ist denn kein Lebewesen?
Für mich als Beispiel, ein Stück Blech, ein Sack Zement, ein Stein zum Hausbau. Etwas wo sich, schlicht gesagt, nichts drin tut.

Was unterscheidet nun eine Pflanze vom Sack Zement?
• In ihr gibt es Lebensvorgänge.
• Sie nimmt Nahrung und Wasser auf. Zement nimmt auch Wasser auf. Okay, aber halt anders.
• Pflanzen erzeugen Sauerstoff.
• Sie hat unter- und oberirdisches Wachstum. Sack Zement eher nicht - zumindest kenne ich keinen der so was macht.
• Eine Pflanze lagert im Innern eine Vielzahl von Stoffen ein.
• Sie produziert Samen und Früchte.
• Durch ihr Wachstum, Wurzeln und Triebe beeinflusst sie ihre Umgebung.
• Wurzeln gehen Verbindungen mit anderen Bodenorganismen ein, z.B. Symbiose mit Pilzen.
• Vor allem noch eins: eine Pflanze ist in der Lage sich auf veränderte Bedingungen einzustellen. Dieses Wissen gelangt über den Samen an die folgenden Generationen. Etwas übertrieben kann man von einer Fürsorge für die Nachkommen sprechen. So hab ich es zumindest gelesen.

Wenn Sie jetzt überlegen, fallen Ihnen bestimmt noch ein paar andere Punkte ein. Aber warum kommt der Konrad auf so ein schräges Thema? Ich habe eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift zu dieser Fragestellung gelesen. Sofort sind mir da diese Gedanken gekommen und nun stehen sie auf Papier. Für mich war es schon überraschend, dass es diese Fragestellung überhaupt gibt. Gut, lehn' ich mich mal wieder weit aus dem Fenster. Die Masse der Kleingärtner sieht ihre Pflanzen - egal ob Obst, Gemüse oder Zierpflanzen - doch nicht als ein totes Ding. Ohne da jetzt auf religiöse oder sonstige Gefühlsbereiche einzugehen: Klar, manche von uns sehen in ihnen Teile der göttlichen Schöpfung. Andere verbindet ein starkes Gefühl mit ihren grünen Freunden. Denken wir nur an diejenigen, die mit ihnen sprechen. Seit wenigen Jahren gibt es Angebote mit Waldführungen, auch mal Waldbaden genannt. In denen dem zivilisationsgeschädigten Konsummensch wieder innerer Halt und so genannte Erdung versprochen wird. Ich tue mich allerdings mit einer gewissen Mystik, Esoterik, die da eingebunden wird, schwer. Man kann doch auch einfach mal was passieren lassen, ohne gleich Erklärungen zu brauchen. Im Großen und Ganzen gesehen, Pflanzen können uns seelisch/innerlich helfen. Ein Stück Blech tut sich da recht schwer. Ich kann höchstens drauf rumhauen, um meine Aggressionen los zu werden. Immer wieder erwähnen gestresste Menschen, wie gut ihnen die Gartenarbeit tut. Das ist nicht nur das körperliche Schaffen. Für mich spielt da auch viel Seele mit, indirekte Dinge die unser Innenleben, unsere Gefühle beeinflussen. Warum geht es uns nach einem Spaziergang durch die Natur (Wald, Wiesen) hinterher besser? Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht erklären können. Dann nehmen wir sie doch erstmal einfach hin. Geht auch, ich lebe schon Jahre damit. Zu dieser Thematik, Pflanzen als Lebewesen, gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Unabhängig davon ist das natürlich auch eine persönliche Sache. Ein Blumenkohlkopfbringt bestimmt nicht so viele Gefühle in Wallung wie ein Hundewelpe. Blumenkohl essen wir und sagen höchstens wie er uns geschmeckt hat. Aber selbst da sind Unterschiede vorhanden. Weil, wie wir wissen, erhebliche Geschmacksunterschiede vorkommen können. Unabhängig von der Zubereitung. Ebenso ist dem erfahrenen Hobbygärtner die Unterschiedlichkeit eigentlich gleicher Pflanzen bekannt. Ein Apfelbaum, der in einer Baumschule aus der Gegend aufgewachsen ist, verkraftet das Klima vor Ort normalerweise besser. Im Gegensatz zu einem Baum, der beispielsweise aus milderen Bereichen angekarrt wird. Wir wissen doch, wie oft es heißt, das Gehölz wächst bei uns nicht so gut. Der Apfel, die Birne usw. reifen bei uns nicht so richtig, schmecken nicht so gut. Ähnlich verhält es sich mit Winterhärte. Grundsätzlich erst mal - egal ob an Obst- oder Ziergehölzen: Das hat es schon vor der Klimaerwärmung gegeben. Bei Versuchen/ Untersuchungen kam heraus: Pflanzen sind in der Lage, Artgenossen bei Schädlingsbefall über Botenstoffe zu warnen. Die Gewarnten reagieren mit Abwehrmaßnahmen. Auch reagieren unsere grünen Freunde auf akustische Reize und Berührungen. Fassen wir zusammen: Für die Masse von uns Normalsterblichen sind Pflanzen doch eher Lebewesen. Dass es dazu Untersuchungen gibt, ist schon mal interessant. Wer es anders betrachtet, muss kein schlechter Mensch sein. Egal wie wir es sehen, eine ordentliche Behandlung bekommen wir mit guter Ernte, Wuchsfreudigkeit und prachtvollem Zierwert gedankt. Anscheinend reagieren Pflanzen auf mehr als Nährstoffe, Wasser und passendes Umfeld. Hier sind wohl Empfindungen zugange, die noch genauer zu erforschen sind.

© Zeitschrift: Eisenbahn Landwirt. Foto und Text: Hans Willi Konrad






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